Freitag, 10. August 2012

wenn jemand eine reise tut, so kann er was erzählen...

unter dem vorherigen motto gutes in der nähe zu finden, besuchten wir also den rolandsfelsen, kleinen stübiger turm, kalte wand, megalumania, freudenhaus, toni schmid gedenkwand, rote wand, wüstenstein, reichelsmühler wand sowie etliche andere von der vögelbrut nicht gespeerte wände und hatten unsere freude mit den unterschiedlichsten griff- und trittherausforderungen.

ABER: Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.

So erreichten Marc und ich nach 12h Aquaplaning-Fahrt (Grulich hätte seine Freude gehabt), zähfließendem Verkehr, vielen Mautstationen, etlichen Dosen Gummibärbrause und einer nicht enden wollenden Nebelfahrt, ohne funktionierenden Scheibenwischern geschafft, aber mit feuchten Fingern am 01.07. 23 Uhr den paradiesischen Zeltplatz im (alp(en)-)traumhaften CEÜSE....

Urlaub, aber nicht für den Körper!

In den nächsten Tagen spielte sich eine entspannende Routine ein, die inetwa so aussah:
- Schlafen bis 9 Uhr
- Kaffee, frühstücken, immer wieder auf Toilette gehen, lesen, in der Sonne
  liegen, quatschen bis 12/13 Uhr
- anschließend 1-stündiger Marsch zum Fels
- oben tot ankommen, darüber freuen dass niemand die Klettersachen geklaut
  hat und versuchen sich von den Strapazen zu erholen
- wunderschöne Touren in besten Fels bei super Wetter sowie atemraubender
  Aussicht bis 20/21 Uhr klettern
- am Ende 1h runterlaufen
- ein Festmahl zaubern
- überrascht 23 Uhr ins Bett gehen.

Gerade das ins Bett gehen glich mehr einem Lazarettbesuch, da sich etliche Muskelpartien und Körperbereiche schmerzend zu Wort meldeten. Man(n) wird nicht jünger, eher dümmer - vielleicht sollten wir aus diesem Grund einfach mal ein umfangreiches Dehnprogramm in unsere tägliche Routine einbauen, um möglichen Verhärtungen und Verspannungen vorzubeugen. Nichtsdestotrotz konnten wir in 14 Tagen Sonnenschein (jemand aus Deutschland berichtete uns: "Franken - Land unter!") nach den anfänglichen Anpassungsherausforderungen sehr schöne Touren klettern.

Vor allem Beaux mouvements sur fond bleu 7a+, mein formuliertes Jahresprojekt, konnte nach einigen Versuchen, Stimmungsschwankungen und dem Abfallen kurz vorm Abschlußhenkel von uns beiden geklettert werden.

Unsere Ruhetage verbrachten wir entweder am See, beim Einkaufen in Gap oder im Kabarett im "The Blue Light"/ Sisteron. So ist ein absoluter Geheimtip der Inhaber des "The Blue Light" Mike. Auch wenn wir nun schon alle Geschichten kennen, sind sie trotzdem immer wieder super - verblüffend ist nur, dass sich über die Jahre die Formulierungen keinesfalls geändert haben und so müssen sich Black Diamond, Petzl, Five Ten und alle größeren Kletterartikelhersteller bei seinen kritischen Tiraden warm anziehen.*gg* Fahrt hin, sehts und hörts Euch selber an! Nicht zuletzt, weil er super Seile zu einem unschlagbaren Preis verkauft und Schuhe optimal neu besohlt.

So verging leider die Zeit doch etwas zu schnell und ein wunderschöner, abwechslungsreicher und erholsamer, obwohl körperlich zehrender Urlaub ging zu Ende. Nette Leute durften wir kennenlernen (Hans, Peter, Anders, Elin, Martin), starke Kletterer beobachten, angsteinflössende Sicherungstechniken erleben und einfach schön klettern. Für die Rückfahrt haben wir das schöne Wetter mit eingepackt und so war der nicht funktionierende Scheibenwischer auch kein Hindernis.*gg*

Fahrt mal nach Ceüse!

es grüßen Euch die beiden Felsvagabunde Marc und Tobi




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