Die Fahrt nach Siurana war schnell bewerkstelligt und mit jedem Kilometer hat sich auch das Wetter gebessert. Endlich wieder Sonne nach all dem Regen und Schnee. Bloß blöd mit Blasen an den Versen zu klettern. Die folgenden Tage waren etwas schmerzhaft, aber das hat den Spaß nicht wirklich geschmällert. Auch habe ich in Siurana eine wunderschöne und abseits gelegene Höhle bezogen, schön mit ganztages Sonnenterrasse, Kochecke und kleiner Feuerstelle. Ganz fantastisch!!!
Ich bin zwar nicht so wirklich der Colafan, jedoch habe ich mir für Siurana angewöhnt jeden Abend eine Cola zu trinken. Dafür muss aber auch was bei rumkommen. Und so hatte ich für dieses Jahr zwei Projekt welche ich unbedingt klettern wollte. Ersteres war Little Ted, 7a+ (uiaa 8+) im Sektor Grau dels Masets de Baix, eine 30m Tour bei welcher nach einem Einstiegsboulder 3 schwierigere Plattenstellen immer wieder von kleinen Rastpunkten unterbrochen werden. Hab sie einmal hochgehängt und schön vorbereitet und anschließend dann geklettert. Ganz gehypt davon hab ich an dem Tag noch 3 7a's geonsighted. Witziger Nachmittag und durchaus anstrengend für die Stimmenbänder.
Am nächsten Tag wollte ich aber unbedingt mein absolutes Jahresprojekt antesten und so sind wir in den Sektor Esperó Primavera gegangen und da stand Sie vor mir. Mandrágora ist mit 35m, den durchgängig weiß gechalkten Griffen auf orangefarbenem Grund und der Bewertung 7b+ (uiaa 9-) eine der geilsten Linien in Siurana. Bloß dumm, dass 5 Leute davor warteten... Naja so richtig wollte ich auch nicht rein, da der Tag und die Colas + Bier mich nicht ganz kalt gelassen hatten. Aber irgendwie bin ich dann mit den netten Norwegern ins Gespräch gekommen und da sie schon etwas älter waren, hab ich sie angesprochen ob Sie Anders (S) und Elin (N) kennen. Wer sie einmal gesehen hat, weiß das ganz Norwegen und Schweden die kennt!! Nur dumm, dass ich den Namen falsch ausgesprochen habe und so bin ich übergegangen Elin zu beschreiben: fancy climbing clothes, gray long hair, really small and skinny, quiet old*gg*
--> ab dem Punkt waren wir am Einstieg die besten Freunde, lachten herzlichst und das Klettern ist vollkommen in den Hintergrund getreten. Schön wie klein die Welt ist und ich hoffe das meine Grüße bei ihr angekommen sind.
Trotzdem zurück zum Wesentlichen. Die Jungs haben mir dann angeboten ihre Exen zu nehmen und ich habe die Tour mal hochgehängt, alles durchgeputzt, angetestet und ausprobiert. Die eine Schlüsselpassage konnte ich im Vergleich zu vor zwei Jahren ohne Probleme klettern. Prinzipiell ist es während der ersten 5-6 Exen wechselnd schwierig, geht oftmals darum die richtigen Griffe zu kennen und vor allem gut mit den Füßen zu treten. Danach folgen 20m beste Ausdauerkletterei ohne wirkliche Schlüsselstelle, zwei guten Rastpunkten, aber mit der Garantie dicke Arme, ein rasendes Herz und Aufregung pur zu bekommen. Anschließend hab ich noch 4 Leuten beim Klettern der unteren Passage zugeschaut und hatte mir eigentlich einen recht guten Plan für die ersten 10-15m zurecht gelegt. Das ich die Tour jedoch nochmal durchgeputzt hat, hat bei dem Ansturm der Massen nicht wirklich Sinn gemacht. Danach hab ich 2h irgendwie am Fels rumgegammelt, Philipp beim Klettern gesichert, Bilder gemacht und mir den Kopf darüber zerbrochen, ob ichs nochmal ausbouldern soll oder mal einen Versuch wage. Zurück an der Tour, waren andere nette Menschen da, welche mir ihre Exen überlassen haben und so blieb ich ein zweites Mal verschont die Exen einzuhängen. Was dann aber folgte ist jedoch schwer mit Worten zu beschreiben. Die ersten 5-6 Exen liefen super, die Schlüsselstelle war schnell sowie problemlos geklettert und ich hatte auch schon den ersten Henkel zum Schütteln in der Hand. Wieder 3m geklettert, geclippt, kurz geschüttelt, gechalkt und weiter,........ Beim Durchbouldern war ich die letzten 20m am Stück geklettert und wusste das schwierige Stellen nie wirklich von Dauer sowie meist von guten Griffen gefolgt waren. Und so schaffte ich es wirklich bis zum ersten Band auf welches man sich zum Ruhen auch drauf stellen konnte. Bloß um Raufzukommen muß man die Leisten nutzen, welche beim ersten Mal viel viel größer waren. Ich habe da wirklich gemerkt wie sich Verzweiflung und Angst anfühlt, so kurz vorm Durchstieg zu scheitern. Habe dreimal zum Aufstehen angesetzt, es mich jedoch nicht getraut, ich konnte die Leisten einfach nicht halten und bin immer wieder in die "Ruheposition" mit dem Händen auf dem slopper Band runtergeklettert. Irgendwie konnte ich mich dann aber genug selber anfeuern und hab es geschafft mich aufs Band hochzustellen. Einfach super und ich hab mich übelst gefreut und war einfach nur glücklich. Nach ca. 10 Minuten Pause bin ich dann die letzten 10-15 Meter unter Anspannung zum Umlenker geklettert. Es hat mich total gefreut die Tour so schnell klettern zu können und gleichzeitig war es auch etwas schade mein Jahresprojekt so schnell wegzuklettern.*gg*
Beim nächsten Mal steht Papágora, 7b+ links daneben auf der Reihe und ich habe es dieses Jahr bei dieser Tour nur mit Ach und Krach zum Umlenker geschafft.
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